Die Schnellfahrlokomotive 18 201 entstand unter Verwendung von Bauteilen
der Henschel-Wegmann-Lok 61 002 (Henschel 1939) des berühmten
Wegmann-Zuges und der Versuchslok H 45 024 (Henschel 1941).
Die stromlinienverkleidete 61 002 war nach dem 2. Weltkrieg im Osten
Deutschland verblieben, während der Henschel-Wegmann-Zug im
Westen stand. Da die DDR auch im internationalen Reisezugwagen-Geschäft
mit reden wollte, musste eine Lok geschaffen werden, welche die
Wagen bei 160 km/h befördern und testen konnte. Da Diesel-
und E-Loks mit solchen hohen Geschwindigkeiten in der DDR nicht
zur Verfügung standen und eine Neukonstruktion zu teuer war
(bei der DR in der DDR war 120 km/h das Höchsttempo lange Zeit)
entschloss man sich aus der 160 km/h-schnellen 61 002 eine neue
Lok zu bauen. Es entstand im RAW Meinigen das Einzelstück 18
201 für 175 km/h Höchstgeschwindigkeit, wobei der Tender
ein in der Form angepasster 2'2' T 34 ist, welcher 1967 zum Öltender
umgebaut wurde. Die 18 201 war die einzige Lok, bei welcher trotz
Ölknappheit die Ölfeuerung beibehalten wurde. Mit der Einführung der EDV bei der Deutschen Reichsbahn erhielt die Lok die EDV-gerechte Nummerierung 02 0201 - 0. Danach wurde bei Sonderfahrten wieder die ursprüngliche Nummerierung 18 201 an der Lok angebracht.
Die 18 201 erreichte im November
1964 auf dem Versuchsring der CSD eine Geschwindigkeit von 176 km/h.
Am 12. Oktober 1972 fuhr diese Lok zwischen Gräfenheinichen
und Bergwitz die Rekordgeschwindigkeit von 182,4 km/h.
Diese Lok war noch bis 1978 bei Schnellfahrversuchen
im Einsatz. Seit 1980 ist diese Lok für Sonderfahrten im Einsatz und wird bei längeren Strecken mit einem zweiten Tender ausgestattet, um ohne Wasser nachfüllen zu müssen längere Strecken bewältigen zu können.
Am 30. April 2002 wurde diese Lok nach einer Hauptuntersuchung
im Dampflokwerk Meinigen wieder für Sonderfahrten in Dienst gestellt. Dabei wurde die
Lok in der vom Hauptsponsor ROCO Modellbahnen GmbH gesponserten Farbe rot (RAL 3003 - rubinrot) lackiert. Ab 10. Juli 2005 erhielt die Lok
dann wieder ihre ursprüngliche grüne Farbgebung (RAL 6020 - chromoxidgrün) zurück.
Zu erneuter Aufmerksamkeit gelangte diese Lok durch
Unstimmigkeiten seitens des Eigentümers (Dampf
Plus) und den Verkaufsabsichten. Da diese Lok als technisches
Denkmal im Bundesland Sachsen eingetragen ist, kann
sie nicht frei verkauft werden. Es soll aber Interessenten
aus Übersee gegeben haben. Derzeitig ist die Lok in Nossen stationiert. Der "Streit" um einen eventuellen Verkauf hat sich wieder gelegt.
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