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Um bei der
Deutschen Reichsbahn die Dampflokomotiven für den leichten bis mittleren
Personen- und Güterzugdienst sowie den schweren Rangierdienst durch
Diesellokomotiven zu ersetzen wurde eine 1.000 PS starke Diesellokomotive
benötigt. Nach den Vorgaben der Deutschen Reichbahn sollte diese einmotorige
Lokomotive mit Mittelführerstand zwei Drehgestellen ausgeführt werden.
1964
stellte der Lokomotivebau Karl Marx in Babelsberg (LKM) die Baumusterlokomotive
V 100 001 mit blauer Farbgebung und dem bekannten 900 PS-Motor (=661 kW) der V
180 (DR) vor. Die zweite Baumusterlokomotive von LKM in rotbrauner Farbgebung
wurde 1965 vorgestellt und hatte bereits
einen 1.000 PS (= 736 kW) starken Motor. Beide Lokomotiven wurden von der
Deutschen Reichsbahn nicht übernommen. Die V 100 001 wurde 1971 bei einem Brand
im RAW Cottbus stark beschädigt und am 01.02.1972 ausgemustert und anschließend
verschrottet. Die V 100 002 wurde nach der Erprobung in den VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“
Hennigsdorf (LEW) überführt und dort zerlegt.
Da
klar war, dass die Serienproduktion beim LEW erfolgen wird, stellte das LEW
1966 in silber-grüner Lackierung die V 100 003 als dritte Baumusterlokomotive auf
der Leipziger Frühjahrsmesse vor. Ab 1966 folgte dann die Serienfertigung. Mit
Einführung des EDV-Nummernschemas 1970 bei der Deutschen Reichsbahn wurden die
V 100 in die Baureihe 110 umgezeichnet. In diesem Zusammenhang wurden die
beiden letzten 1969 gelieferten V 100 172 und V 100 173 in 110 001 und 110 002
umgezeichnet, so dass diese Nummern zweitbelegt wurden.
1969
wurde dann entschieden, die künftigen Lieferungen auf den Langsamgang (65 km/h)
zu verzichten und diese Baureihe nur noch mit dem Schnellgang (100 km/h)
auszurüsten. Diese Unterbaureihe wurde als 110.2 bezeichnet und die erste
Lokomotive war 1969 die bereits mit EDV-Nummer gelieferte 110 201. Von 1970 bis
1978 wurden dann die Serienlokomotiven 110 202 bis 110 896 geliefert.
Zu
Erprobungszwecken wurde die 1967 gelieferte 110 041 mit automatischer
Mittelpufferkupplung geliefert, später jedoch zurückgebaut.
Während
der Serienfertigung war die V 100 137 (110 137) und die 110 457 mit dem 1.200
PS (= 883 kW) starken Motor der V 180 (DBAG 228.2-6) zu Versuchszwecken
ausgerüstet worden. Da die Erfahrungen damit sehr gut waren, wurde beschlossen
ab 1971 im Rahmen planmäßiger Ausbesserungsarbeiten im RAW Stendal Die
Lokomotiven dieser Baureihe mit dem stärkeren 1.200-PS-Dieselmotor auszustatten
und unter Beibehaltung der Ordnungsnummer als Baureihe 112 zu bezeichnen.
1978
wurde die 110 203 versuchsweise mit einem 1.500 PS (= 1.100 kW) Dieselmotor
ausgestattet und in Baureihe 114 umgezeichnet. Normalerweise hätte diese Baureihe
wegen der Motorleistung als Baureihe 115 bezeichnet werden müssen, da jedoch
diese Bezeichnung für eine geplante Neubaulokomotive reserviert war, wurde eine
Nummer tiefer gewählt. Insgesamt
wurden dann zwischen 1983 und 1991 65 Lokomotiven bei
Aufenthalten im RAW Stendal mit diesem Motor ausgestattet und unter
Beibehaltung der Ordnungsnummer als Baureihe 114 zu bezeichnen.
Bis 2001 wurden alle Lokomotiven der Baureihe 201 und 202 bei der Deutschen bahn AG außer Dienst gestellt. Bei Privatbahnen sind sie weiterhin im Einsatz.
Von 1988
bis 1991 wurde 10 Lokomotiven der Baureihe 110.8 der
letzten Lieferungen für die Schmalspurbahn im Harz auf 1.000 mm Spurweite und
C’C’ Achsformel umgebaut und in Baureihe 199.8 umgezeichnet. Dabei wurde die
Ordnungsnummer beibehalten.
Nach
der Wiedervereinigung wurden die Lokomotiven wie folgt umgezeichnet:
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Baureihe
110
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in Baureihe 201
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Baureihe
112
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in Baureihe 202
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Baureihe
114
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in Baureihe 204
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Baureihe
199.8
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in Baureihe 299.1 (bei der HSB: 199.8)
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Ab
2000 werden Lokomotiven der Baureihe 202 durch das von Alstom übernommene RAW
Stendal mit einem 1.380 kW (= 1.877 PS) starken Motor ausgestattet und als
Baureihe 203 bezeichnet.
Zur
Vollständigkeit sollen hier noch die aus der Baureihe 110 (V100 der DR)
hervorgegangenen Rangierlokomotiven erwähnt werden. Diese wurden als Baureihe
111 (DBAG 293) und 108 (DBAG 298) bezeichnet. Ebenfalls wurde für
Gleisbauzwecke die Baureihe 110.9 (DBAG 710) entwickelt.
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