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Um
die Dampflokära bei der Deutschen Reichsbahn zu beenden, beschloss die DDR 1959
die Entwicklung einer Großdiesellok.
Der
VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg (LKM) stellte 1960 die beiden Baumuster
V 180 001 und V 180 002 vor. Die beiden Baumusterlokomotiven wurden durch die
VES-M Halle ausgiebig getestet. 1962 wurden zwei weitere Vorserienlokomotiven,
V 180 003 und V 180 004 (später BR 118.0/DR) geliefert. Diese hatten schon die
für die Serie typische Front von 2 Scheiben anstelle der 3 Scheiben der ersten
beiden Loks. Während in den ersten beiden Baumustern noch das Strömungsgetriebe
von der Firma Voith-Heidenheim und die elektrische Ausrüstung von BBC stammte,
waren bei den letzten beiden Baumustern bereits Strömungsgetriebe der Fa. Voith-St.
Pölten eingebaut und die elektrische Ausrüstung stammte vom VEB
Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf (LEW).
Ab
1963 folgten die Vorserie und die ersten Serienlokomotiven der Baureihe V
180.0, welche als 4-achsige Variante eine Leistung von 2 x 662 kW (900 PS)
hatte. Da die Lokomotiven über 2 Motoren verfügten, konnten diese bei Ausfall
eines Motors trotzdem, wenn auch mit verringerter Leistung, weiterfahren. Bis
1965 folgten weitere 78 Lokomotiven. Die beiden Baumuster V 180 001 und V 180 002
hatte die Deutschen Reichsbahn nicht übernommen, so dass insgesamt 85 Lokomotiven
dieser Unterbaureihe an die DR geliefert wurden. Die beiden Baumuster wurden
1965 durch LKM verschrottet. Auf der Leiptiger Frühjahrsmesse 1965 stellte LKM
die spätere V 180 059 mit blendfreier Front aus Glasfaserkunststoff vor und
bezeichnete sie als V 200 1001.
Ab
1965 wurden stärkere Motoren mit einer Leistung von je 736 kW (1.000 PS)
eingebaut und die Lokomotiven als V 180.1 (später BR 118.1/DR) bezeichnet.
Optisch waren diese Lokomotiven von den ersteren zu unterscheiden, da die
beiden äußeren Maschinenraumfenster durch Lüftungsgitter ersetzt wurden. Auch
bei dieser Unterbaureihe wurde die V 180 131 mit einer blendfreien Front aus
Glasfaserkunststoff auf der Leipziger
Frühjahrsmesse 1969 als V 200 117 vorgestellt. Ab 1981 wurden auch Lokomotiven
der jetzigen DR-Baureihe 118.0 mit den stärkeren Motor nachgerüstet und unter
Beibehaltung der Ordnungsnummer als BR 118.5 bei der DR umgezeichnet.
Zur
Senkung der Achslast und um diese Großdiesellokomotiven auch auf Nebenbahnen
einsetzen zu können, stellte 1964 LKM mit der V 180 201 das 6-achsige Baumuster
der späteren Unterbaureihe V 180.2 bzw. 118.2 der DR vor. 1966 folgte die
Lieferung der Serie ab V 180 204 (118 204) bis V 180 399 im Jahre 1970. Die
letzten 6 Lokomotiven wurden 1971 bereits mit EDV-Nummer als BR 118 400 – 118
406 ausgeliefert.
Die
Loknummer V 180 203 wurde 1967 durch eine Lokomotive ebenfalls mit blendfreier
front in Glasfaserkunststoff belegt. Alle Lokomotiven mit GFK-Front wurden
später der Serienausführung angepasst.
Bereits
1964 stellte LKM die Lokomotive V 240 001 mit einer Leistung von 2 x 883 kW (=
2 x 1.200 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h vor. Diese belegte
erst am 07.06.1971 nach einer Anpassung an die Serie der BR 118.2-4 jedoch mit
den stärkeren 2 x 883 kW-Dieselmotoren, aber nur 120 km/h Höchstgeschwindigkeit,
die EDV-Betriebsnummer 118 202 – eine V 180 202 gab es nie bei der Deutschen Reichsbahn!
Da
bereits feststand, dass Großdiesellokomotiven im Rahmen des RGW aus der UdSSR
bezogen werden (V 200 und V 300 der DR) unterblieb der Bau von Lokomotiven der Baureihe V
240. Jedoch wurden später Lokomotiven der Baureihe 118.2-4 mit den stärkeren 883 kW-Motoren
umgerüstet und als BR 118.6-8 bezeichnet (die erste Ziffer der Ordnungszahl
wurde um 400 erhöht).
Waren
am Anfang der Lieferung noch Bauteile aus westlicher Produktion genutzt worden,
so wurde während der Produktion rasch auf Bauteile aus volkseigener
DDR-Produktion umgestellt.
Als
Besonderheit sei noch erwähnt, dass für Versuchszwecke die Lokomotiven 118 625
und 118 805 mit zwei Dieselmotoren von je 1.104 kW (= 2 x 1.500 PS) ausgerüstet
wurden.
Nach
der Wiedervereinigung und dem damit verbundenen Rückgang des Einsatzgebietes
verschwand diese typische DDR-Lokomotive relativ schnell aus dem Plandienst. In
Baureihe 228 umgezeichnet war der letzte Einsatz bei der Deutschen Bahn AG
schon 1995. Heute sind einige dieser schönen Dieselloks bei Privatbahnen und
Vereinen im Einsatz.
Als
„ungeliebter“ Nachfolger wurde dann ab 1976 die Baureihe 119 (DBAG 219) aus Rumänien
importiert.
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