Dieseltriebwagen - UIC-Bauart 95
Baureihe 624 - VT 24.6
UIC-Baureihe DBAG-Baureihe
DB-Baureihe |
95 80 0624
624
VT 24.6 / 624 |
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Baujahre: |
1961 (Baumuster)
1964 - 1968 |
| Hersteller: |
MAN AG, Waggonfabrik Uerdingen |
| Höchstgeschwindigkeit: |
120 km/h |
| Leistung: |
2
x 331 kW |
| Dienstmasse: |
142,0 t (3-teilig) |
| Länge
über Puffer: |
79.420 mm (Baumuster)
79.460
mm (Serie) |
| Radsatzanordnung: |
B'2'
+ 2'2' + 2'B' |
Die Vorserienfahrzeuge lieferte MAN (VT 23) und Uerdingen
(VT 24) 1961 aus. Beide Varianten waren ähnlich. Die gemeinsame Serienfertigung
erfolgte ab 1964.
Jede Einheit besteht aus 2 Triebwagen (624.6xx) und einem
Mittelwagen (926.6xx). Es können aber auch Einheiten ohne Mittelwagen oder mit
2 Mittelwagen gebildet werden. Insgesamt wurden zusammen mit der Vorserie 88
Triebwagen und 59 Mittelwagen geliefert. Die mit Luftfederung ausgestatteten
Fahrzeuge wurden später als Baureihe 634 bezeichnet und waren für 140 km/h
zugelassen. Die ursprünglich in den Stirnfronten eingebauten Türen zum Übergang
zwischen 2 Triebwagen wurden nach kurzer Zeit entfernt.
Zum Fahrplanwechsel 2004 wurden die meisten Einheiten
abgestellt. Einige fielen dem Vandalismus zum Opfer, andere Fahrzeuge verkaufte
die DBAG 2005 an die polnische Staatsbahn (PKP), welche diese Fahrzeuge als
Baureihe SA110 einreihte und im Regionalverkehr einsetzt.
Bei dieser Baureihe wird deutlich sichtbar, dass bei der
Planung und Konstruktion Fahrgästen mit Kinderwagen, Fahrrädern und Rollstühlen
wenig Beachtung geschenkt wurde. Der Einstieg ist durch hohe Stufen und einen
Mittelhandlauf erschwert.
624 673 bzw. 624 675 am 22.01.2004 in Berlin-Lichtenberg als RB 26 nach Kostrzyn (Polen) Fotos: Olaf Hoell



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Ein unbekannter VT 24.6 (Baureihe 624 Foto: unbekannt - Sammlung Olaf Hoell

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624 674 am 24.06.1995 in Dortmund Foto: unbekannt - Sammlung Olaf Hoell

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624 502 (Baumuster Uerdingen) am 20.01.1980 in Dortmund - Foto: Rolf Wiemann - Sammlung Olaf Hoell

Am 17. Juli 1987 wurden durch fahrlässige Brandstiftung in
Münster mehrere im Bereich des
Hauptbahnhofes abgestellte Motor- und Mittelwagen der Baureihe 624 bzw. 924
beschädigt. Obdachlose sollen sich in der Nacht gewaltsam Zutritt zum Motorwagen
624 660 verschafft und im Inneren eine offene Kochstelle genutzt haben. Diese
geriet demnach außer Kontrolle und verursachte den Brandschaden. Der mit dem
Motorwagen 624 660 gekuppelte 924 416 erlitt nur Löschwasserschäden und konnte
nach kurzer Zeit mit dem anderen (mir unbekannten) Motorwagen wieder eingesetzt
werden.
Die versetzt abgestellte Einheit 624 642 + 924 435 + 924 429
x 624 xxx wurde durch übergreifendes Feuer ebenfalls stark beschädigt. Dabei
brannten 624 642 und 924 435 ebenfalls fast vollständig aus, der Mittelwagen 924
429 erlitt wie 924 416 ebenfalls nur Löschwasserschäden und war mit dem anderen
unbeschädigten Motorwagen ebenfalls nach kurzer Zeit wieder im Einsatz.
Die Motorwagen 624 660, 624 642 und der Mittelwagen 924 435
wurden aufgrund der Schäden im April 1988 ausgemustert und anschließend
verschrottet. Beim Brand war der Motorwagen 624 660 so stark ausgeglüht, dass
sich der Wagenkasten verzogen hatte. Um den Motorwagen abzutransportieren
musste der Motor und das Getriebe entfernt werden, da dieses durch das
Eigengewicht fast auf dem Gleis auflag.
Das Foto zeigt den Motorwagen 624 660 am 13.08.1987 in
Münster
Foto: W. Ertinger - Sammlung Olaf Hoell

ex DBAG-Triebwagen der Baureihe 624
in Polen als PKP-Baureihe SA 110
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PKP-Dieseltriebwagen SA 110 01
(ex DBAG
624 609) in Kolberg (Polen)
am 18.08.2011 – Foto: Olaf Hoell

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PKP-Dieseltriebwagen SA 110 14
(ex DBAG 624 630) in Kolberg (Polen)
am 18.08.2011 – Foto: Olaf Hoell

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